VON HIER. FÜR HIER.

Das Energie-Intranet Frankfurt (Oder)

Ein lokaler Verbund aus Windenergie- und Photovoltaikanlagen, Wärmeerzeugern und vorhandener Kraftwerksinfrastruktur – für regionale Wärme und Stromprodukte.

Was ist das Energie-Intranet?

Energie aus der Region, für die Region

ENERTRAG und die Stadtwerke Frankfurt (Oder) planen gemeinsam ein lokales Energiesystem – das Energie-Intranet Frankfurt (Oder). Es soll Strom und Wärme preisgünstig, preisstabil und verlässlich zu den Menschen und Unternehmen in der Stadt bringen. Gelingen kann dies, weil im Energie-Intranet Frankfurt (Oder) Wind- und Photovoltaik-Anlagen auf kurzem Weg in bestehende Infrastruktur eingebunden werden.

So funktioniert es

  1. Wind- und PV-Energie liefern den Strom über eine Direktleitung zum Kraftwerk Am Hohen Feld. Diese kurze Verbindung spart Kosten gegenüber einem Bezug aus dem öffentlichen Stromnetz.
  2. Die Anlagen im Kraftwerk wandeln bis zu 45 Prozent des regional erzeugten Stroms in Wärme um, vor allem dann, wenn der Strom im Netz gerade nicht gebraucht wird.
  3. Die Stromeinspeisung in das Netz erfolgt, wenn es ökonomisch sinnvoll ist und ein Bedarf besteht.
  4. Heraus kommen preisstabile und sichere Fernwärme und lokale Stromprodukte für die Region.

Die Vorteile auf einen Blick

  • Smart: Das System Strom-Wärme-Speicher-Netz erlaubt eine wirtschaftlich optimierte Verteilung der Energie.
  • Günstiger: Durch die Nähe der Erzeugungsanlagen zum Kraftwerk werden Netzentgelte und Transportkosten gespart.
  • Verlässlich: Der Strom wird vor Ort erzeugt und angeboten und ist von internationalen Krisen unabhängig. Das macht die Versorgung stabil.
  • Attraktiv: Das Angebot nachhaltiger Energie hebt die wirtschaftliche Attraktivität für Unternehmen in Frankfurt (Oder) und ermöglicht günstige Stromprodukte für alle Kunden im Stadtgebiet.
  • Regional: Energie und Wertschöpfung bleiben vor Ort.

Was entsteht konkret neu?

  1. Am Hohen Feld: eine Großwärmepumpe und ein Elektrodenkessel am bestehenden Kraftwerkstandort.
  2. Bei Güldendorf: ein Windfeld mit bis zu fünf modernen Windenergieanlagen.
  3. Bei Markendorf: zwei Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen mit zusammen rund 58 Hektar.

Was bringt das Energie-Intranet?

Bis Mitte der 2030er Jahre soll rund die Hälfte der Fernwärme über den Strom-Wärme-Pfad erzeugt werden und damit aus heimischen Energiequellen stammen. Damit können etwa 10.000 Haushalte in Frankfurt (Oder) über das Fernwärmenetz vollständig mit Wärme aus erneuerbaren Quellen versorgt werden. Das ist in dieser Form einzigartig in Deutschland.

Lokaler Strom für die Region

Den übrigen Strom bieten die Stadtwerke als lokale Grünstromprodukte an. Dazu gehören Produkte für Gewerbe und Forschung mit einem Zertifikat aus dem Regionalnachweisregister (RNR) und auf Wunsch mit einem Herkunftsnachweis. Auch für private Haushalte sind lokale Stromprodukte vorgesehen, beispielsweise spezielle Wärmepumpenprodukte. So bleibt die Wertschöpfung dort, wo die Energie entsteht: in Frankfurt (Oder).

Prozessgrafik Energie-Intranet Frankfurt (Oder)
Prozessgrafik Energie-Intranet Frankfurt (Oder)

Komponenten

Aus welchen Komponenten besteht das EI?

01

Windfeld

Ein Windfeld mit fünf modernen Windenergieanlagen bei Güldendorf.

02

PV-Anlagen

Zwei Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen mit insgesamt etwa 58 Hektar Fläche bei Markendorf.

03

Großwärmepumpe

Am Kraftwerkstandort Am Hohen Feld zur Umwandlung erneuerbaren Stroms in Fernwärme.

04

Elektrodenkessel

Ergänzender Wärmeerzeuger ebenfalls am Standort Am Hohen Feld.

05

Wärmespeicher

Entkoppelt Wärmeerzeugung und Wärmebedarf zeitlich und erhöht die Flexibilität im System.

06

Lokaler Netzanschluss

Direktleitung zum Kraftwerk spart Kosten gegenüber Strombezug über das öffentliche Netz.

Das Energie-Intranet kann man als Verbundkraftwerk bezeichnen. Es verbindet verschiedene Anlagen, die zusammen Strom und Wärme erzeugen, speichern und bereitstellen.

Energie von hier, für hier

Der Verbund aller Anlagen schafft echten Mehrwert vor Ort. Frankfurt (Oder) gewinnt an Eigenständigkeit und Versorgungssicherheit. Strom und Wärme legen kurze Wege zurück und versorgen vor allem Menschen und Betriebe in der Stadt.

Warum Wind und Sonne zusammen?

Beide Technologien ergänzen sich über Tag und Jahr. Im Winter sowie früh morgens und spät abends liefert vor allem der Wind verlässlich Strom. Die Sonne ergänzt diesen Beitrag, wenn sie scheint. Zusammen entsteht eine gleichmäßigere Stromerzeugung.

Das Windfeld in Zahlen

Geplant sind fünf Windenergieanlagen nach aktuellem technischen Stand. Der genaue Anlagentyp wird zum Genehmigungsantrag festgelegt. Bei der Auswahl werden technische, wirtschaftliche und genehmigungsrechtliche Kriterien berücksichtigt. Erste Schätzungen zeigen einen Stromertrag von bis zu 91.000 MWh pro Jahr. Damit könnten mehr als 30.000 durchschnittliche Haushalte, praktisch ganz Frankfurt (Oder), versorgt werden.

Die Photovoltaik-Anlagen in Zahlen

Auf den Freiflächen kommen Standardtische mit je drei übereinander angeordneten Modulen zum Einsatz. In der Region Frankfurt (Oder) liefert ein Hektar etwa 1.320 MWh Strom pro Jahr. Auf der gesamten Fläche entstehen so rund 77.000 MWh pro Jahr. Das entspricht dem Bedarf von mehr als 25.000 durchschnittlichen Haushalten.

Vorteile für FFO

Preiswerte, planbare und krisensichere Energieversorgung

Direkte finanzielle Vorteile des Projektes

Welche finanziellen Vorteile kann die Stadt Frankfurt (Oder) aus dem Projekt ziehen?

Seit der EEG-Reform 2023 und mit Verabschiedung des Brandenburger Erneuerbare-Energien-Sonderabgabengesetzes (BbgEESG) ist die finanzielle Beteiligung von Kommunen bei der Realisierung von Wind- und Photovoltaikanlagen gesetzlich geregelt. Die Einnahmen aus dem BbgEESG sind zweckgebunden (§4 BbgEESG) und sollen insbesondere den, durch Wind- und Photovoltaikanlagen, belasteten Ortsteilen zugutekommen.

Neben der brandenburgischen Sonderabgabe von 5.000,- € je installierter MW Leistung bei Windenergieanlagen und 2.000,- € je installierter Leistung bei Freiflächenphotovoltaikanlagen verpflichtet sich ENERTRAG auch, die freiwillige Abgabe nach § 6 EEG in Höhe von 0,02 Cent je eingespeister Kilowattstunde zu zahlen. Die Zahlungen nach § 6 EEG werden nur für die Strommenge geleistet, die in das öffentliche Netz eingespeist wird.

In Summe kann die Stadt Frankfurt (Oder) folgende Einnahmen ab der Inbetriebnahme der Anlagen (geplant für 2028/29 Photovoltaikanlage und 2031/32 Windenergieanlagen) erwarten:

  • Einnahmen nach dem BbgEESG: ca. 323.000,- €/Jahr
  • Einnahmen nach dem §6 EEG: ca. 151.300,- €/Jahr
  • Mögliche Einnahmen durch Verpachtung städtischer Flächen bis ca. 75.000 Euro pro Jahr
  • Hinzu kommen Gewerbesteuereinnahmen der Betreibergesellschaft, die über die Jahre des Betriebs ansteigen

Welche weiteren attraktiven Angebote entstehen durch das Energie-Intranet Frankfurt (Oder)?

Ein stadtweites, vergünstigtes Wärmepumpen-Produkt.

In Anerkennung der Tatsache, dass die „Belastung“ durch die neuen Wind- und Photovoltaikanlagen auf wenige Ortsteile konzentriert ist (insb. Güldendorf, Lossow, Markendorf und Markendorf Siedlung), bieten ENERTRAG und die Stadtwerke Frankfurt (Oder) Zuschüsse zu den jährlichen Stromrechnungen an. Diese sind:

  • Ein pauschaler Stromzuschuss von ENERTRAG in Höhe von 125 Euro pro Jahr für Haushalte in den oben genannten Ortsteilen.
  • Ein zusätzlicher pauschaler Stromzuschuss in Höhe von 75 Euro pro Jahr für Haushalte in den genannten Ortsteilen, die Kundinnen oder Kunden der Stadtwerke sind.
Fernwärme bleibt bezahlbar, Erdgas wird teurer

Was bedeutet das Energie-Intranet für die Wärmekosten?

Ab der Inbetriebnahme 2032 senkt der Strom aus dem Energie-Intranet die Wärmeerzeugungskosten der Stadtwerke um rund 30 %. Bis 2045 wächst dieser Vorteil auf etwa 50 %. Grund dafür sind die steigenden Preise für fossile Energieträger gegenüber kostenstabiler Energie aus der Region.

Stabile Wärmekosten statt steigender Erdgaspreise

Wärme aus Erdgas wird voraussichtlich deutlich teurer als die allgemeine Preissteigerung von zwei Prozent pro Jahr. Wärme aus dem Energie-Intranet bleibt dagegen unter dieser Marke. Für die Kundinnen und Kunden in Frankfurt (Oder) bedeutet das: planbare Kosten und mehr Schutz vor Preissprüngen am Energiemarkt.

Kostenentwicklung Wärme bis 2045
Kostenentwicklung Wärme bis 2045
Stabile Wärmepreise, planbar und krisensicher: Wie geht das?

Warum bleibt die Fernwärme stabil und krisensicher?

2022 stieg der Erdgaspreis im Schnitt auf das Dreifache des heutigen Niveaus, zeitweise sogar auf das Zehnfache. Der Strompreis folgt dem Erdgaspreis nur teilweise, denn Wind und Sonne bestimmen ihn immer stärker. Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung erzeugen Strom und Wärme gleichzeitig und geraten dadurch besonders unter Druck. Das Energie-Intranet löst dieses Problem: Es nutzt Strom aus Wind und Sonne direkt für die Wärmeerzeugung und macht Frankfurt (Oder) unabhängiger von Erdgaspreisen.

Gaspreise Großhandel in EUR/MWh
Gaspreise Großhandel in EUR/MWh

Direktleitung spart fast die Hälfte

Eine Direktleitung bringt den Strom vom Windfeld und den Solaranlagen zum Kraftwerk Am Hohen Feld. So entfallen Netzentgelte, Umlagen und Abgaben. Der Strom für die Wärmeerzeugung kostet dadurch nur etwa die Hälfte.

Aus einer Kilowattstunde werden zwei bis drei

Die Großwärmepumpe macht aus einer Kilowattstunde Strom durchschnittlich 2,5 Kilowattstunden Wärme. Die zusätzliche Energie holt sie aus der Umgebungsluft oder aus Abwärme, ganz ohne weitere Kosten.

Cleveres Zusammenspiel mit den Gasmotoren

Sind die Strompreise hoch, erzeugen die Gasmotoren im Kraftwerk Strom und Wärme. Der Strom geht zusammen mit dem Strom aus dem Energie-Intranet ins Netz. Die Erlöse senken die Wärmekosten zusätzlich. Sind die Strompreise niedrig, fließt der Strom aus dem Energie-Intranet direkt in die Wärmeerzeugung.

Entwicklung der Strompreise
Entwicklung der Strompreise

Strompreise bis 2045: Sommer und Winter driften auseinander

Die Strompreise steigen im Mittel bis 2045 nur leicht. Doch der Unterschied zwischen Sommer und Winter wächst kontinuierlich. Im Sommer sorgen Wind und Sonne für viel günstigen Strom. Im Winter bleibt der Strom dagegen teurer.

Gasmotoren und Großwärmepumpe: ein starkes Team

Die Gasmotoren laufen vor allem im Winterhalbjahr, denn dann lohnt sich ihr Einsatz wirtschaftlich. Sie liefern die hohen Temperaturen, die das Fernwärmenetz im Winter braucht. Gleichzeitig schaffen sie die besten Bedingungen für den Betrieb der Großwärmepumpe. Beide Anlagen ergänzen sich technisch ideal.

Strompreise 23.03. - 05.04.2026
Strompreise 23.03. - 05.04.2026

Optimal gesteuert: jede Jahreszeit, jeder Tag, jede Stunde

Das Energie-Intranet steuert die Wärmeerzeugung jahreszeitlich, täglich und sogar stündlich. Ein Wärmespeicher entkoppelt Erzeugung und Verbrauch: Wärme entsteht dann, wenn es günstig ist, und steht bereit, wenn die Kundinnen und Kunden sie brauchen. So nutzt das Kraftwerk erneuerbaren Strom, Umweltwärme und Erdgas immer zum besten Zeitpunkt.

Klimafreundliche Wärme für Frankfurt (Oder)

Künftig werden 30 bis 50 % der Wärme im Frankfurter Wärmenetz CO₂-neutral erzeugt. Das senkt nicht nur Kosten, sondern auch Emissionen.

Spielraum für ein wachsendes Wärmenetz

Die neuen Anlagen schaffen zusätzliche Erzeugungskapazität auf Basis Erneuerbarer Energien. Damit lässt sich das Wärmenetz verdichten und erweitern, auch in die geplanten Untersuchungsgebiete.

Karte Stadtgebiet Frankfurt (Oder)
Karte Stadtgebiet Frankfurt (Oder)

Auszug Transformationsplanung: Geplante Erweiterung (E), Verdichtung (V), optionale Untersuchungsgebiete (U)